Droht Inflation oder Deflation?
Die große Schwierigkeit für Anleger in Zeiten extrem hoher Unwägbarkeiten, wie sie gegenwärtig herrschen, ist es, die deflationären gegen die inflationären Risiken abzuwägen und darauf basierend die richtigen Anlageentscheidungen zu treffen. Verwiesen sei hier auf Japan: Wohl niemand hätte 1989 oder 1999 vermutet, dass das Land im Jahre 2009 noch immer bzw. erneut mit Deflation zu kämpfen haben würde. Eine verlässliche Prognose wird zusätzlich dadurch erschwert, dass ausgeprägte deflationäre Phasen in der modernen Menschheitsgeschichte relativ selten aufgetreten sind, so dass es kaum Erfahrungswerte dazu gibt. Deflation und Inflation sind zudem in erster Linie – allerdings nicht ausschließlich – monetäre Phänomene und die Möglichkeiten und Instrumentarien der Notenbanken sowie das gesamte monetäre Geflecht der Weltwirtschaft haben sich im Laufe der Jahrzehnte gewaltig weiterentwickelt. Das erschwert historische Vergleiche zusätzlich. Gleichwohl sollte nicht ignoriert werden, dass in der Vergangenheit sehr hohe Inflation oder sogar hyperinflationäre Perioden nahezu immer nach längeren deflationären Phasen auftraten – in der Regel als Folgeerscheinung von anhaltenden massiven Stimulierungsmaßnahmen durch Regierungen und Notenbanken. Aktuell sind sowohl inflationäre als auch stark deflationäre Faktoren am Werk – was sich in den kommenden Monaten letztlich durchsetzen wird, ist entgegen der aktuell weit verbreiteten Fokussierung auf Inflation völlig offen.
Echte Portfoliodiversifikation ist der Schlüssel!
Anstatt sich diesbezüglich allerdings in fruchtlosen Vorhersageversuchen zu ergehen – es gibt kaum jemanden auf der Welt, dem dies in den letzten 40 bis 50 Jahren konsistent gelungen wäre –, kommt einer echten Diversifikation des Anlageportefeuilles eine Schlüsselrolle für den Kapitalerhalt und den Vermögensaufbau zu. Beispielsweise mittels einer ausgewogenen Mischung von Aktien- und Rentenfonds, ergänzt durch eine ausreichende Reserve an Bargeld bzw. kurzfristigen Spareinlagen, oder aber mittels eines aktiv gemanagten, breit gestreuten Fondsportfolios, das in ein breites Spektrum von Assetklassen veranlagt (Aktien, Anleihen, Rohstoffe, Geldmarkt). Letzteres hat den Vorteil, dass ein gutes, aktives Fondsmanagement die Ausrichtung des Fondsportfolios immer wieder überprüft und rechtzeitig anpasst, je nachdem, ob sich eher inflationäre oder deflationäre Entwicklungen abzeichnen.
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