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Bekanntmachung

Die Raiffeisen Kapitalanlage-Gesellschaft m.b.H. gibt bekannt, dass die Auszahlung des Rückgabepreises folgender Investmentfonds ab 1. März 2022 vorübergehend unterbleibt: Raiffeisen-Russland-Aktien, Raiffeisen-Osteuropa-Aktien

10. November 2021Lesezeit: 5 min

Vertrauen und Glaubwürdigkeit sind Schlüssel zum Erfolg

Die Geschäftsführer der Raiffeisen KAG, Rainer Schnabl (CEO), Dieter Aigner und Michal Kustra, über die Dynamik von Nachhaltigkeit und den perfekten Fit von Werten und Geschäft.

Ein Interview über die Dynamik der Nachhaltigkeit und der Entwicklung der Fondsbranche.

Nachhaltigkeit hat sich zu einem der größten Megatrends unserer Zeit entwickelt. Welche Auswirkungen hat das auf die Fondsindustrie?

Rainer Schnabl: Der Klimawandel ist eines der ganz großen Themen und die Angst vor einem drohenden Klimakollaps spiegelt sich in vielen Stimmungsumfragen wider. ESG-Risiken haben langfristig massive Auswirkungen auf Unternehmen und Staaten und auch Anlegerinnen und Anleger ist es zunehmend nicht mehr egal, wo ihre Renditen herkommen. Sie wollen mit ihrem Kapital verantwortlich umgehen und investieren daher mehr denn je in Unternehmen oder Staaten, die ebenfalls verantwortlich und zukunftsorientiert handeln. Andererseits ist Nachhaltigkeit aber auch per se ein Investmentthema. Smart Energy, Digitalisierung, Umwelttechnologien, Gesundheit, Bildung – das alles sind (Sub-)Sektoren, die auf das Thema einzahlen und für sich genommen boomen. Sie bieten Chancen auf attraktive Renditen – das zieht naturgemäß die Investorenschaft an, auch wenn grundsätzlich die gleichen Kapitalmarktrisiken, bis hin zu Kapitalverlusten, bestehen.

Die Raiffeisen KAG hat sich nach der Finanzwirtschaftskrise neu ausgerichtet und den Fokus auf nachhaltig gemanagte Fondsprodukte gelegt. Sind die damit verbundenen Ziele bereits erreicht?

Dieter Aigner: Wir haben schon enorm viel weitergebracht, aber je intensiver man sich mit Nachhaltigkeit beschäftigt, desto klarer wird, dass man es mit sehr dynamischen Prozessen zu tun hat. Ist ein vermeintliches Ziel erreicht, tun sich neue Fragen auf. Es geht immer mehr ins Detail. Der Schlüssel für den Erfolg mit Nachhaltigkeit sind Glaubwürdigkeit und Vertrauen. Beides kann man nur erreichen, wenn man konsequent und umfassend nachhaltige Entwicklungen und Prozesse – und zwar als gesamtes Unternehmen – verfolgt und vorantreibt. Das bedeutet in erster Linie natürlich die Auflage und Verwaltung nachhaltiger Investmentfonds. Aber die Raiffeisen KAG verfolgt darüber hinaus auf allen Unternehmensebenen nachhaltige Zielsetzungen: Wir kompensieren unseren CO2-Verbrauch, engagieren uns bei sozialen Projekten, verfolgen Chancengleichheit bei Stellenbesetzungen und setzen sehr stark auf das Thema Wissensvermittlung und die Ausbildung von Raiffeisen-Beraterinnen und Berater in Hinblick auf nachhaltige Investmentprodukte.

Wie schlägt sich die nachhaltige Ausrichtung in den Geschäftszahlen nieder?

Rainer Schnabl: Nachhaltige Investments boomen. Das betrifft den Gesamtmarkt, aber auch unser Unternehmen. Die Raiffeisen KAG hält derzeit 46,1 Mrd. Euro* Assets under Management. Das ist ein historisch hohes Volumen, das ganz klar vom Thema Nachhaltigkeit getrieben wird. Bereits rund ein Drittel – 15 Mrd. Euro* – wird nach strengen ESG-Kriterien gemanagt. Unser Flaggschifffonds, der Raiffeisen-Nachhaltigkeit-Mix, ist mit einem Fondsvolumen von 4,8 Mrd. Euro* nicht nur Österreichs größter Publikumsfonds, sondern zählt auch auf Europaebene zu den größten seiner Vergleichsgruppe. Allein auf diesen Fonds laufen aktuell in ganz Österreich rund 85.000* Fondssparverträge. Wir haben uns europaweit ein Renommee beim Thema Nachhaltigkeit erarbeitet – unterstützt durch das hervorragende Abschneiden bei internationalen Rankings und Auszeichnungen.

Welchen Stellenwert hat das internationale Fondsgeschäft für die Raiffeisen KAG?

Michal Kustra: Einen sehr großen und vor allem einen kontinuierlich wachsenden. Aktuell stammt fast ein Viertel, 23 Prozent*, unseres Gesamtvolumens aus internationalen Fondsabsätzen. Italien spielt dabei eine herausragende Rolle. Dort hat sich das Fondsvolumen in den letzten fünf Jahren auf 6,2 Mrd. Euro* mehr als verdoppelt. Unser nachhaltiges Produktangebot spielt dabei die ausschlaggebende Rolle. Die Pandemie hat das Bewusstsein für verantwortungsvolles Investieren nochmals deutlich verstärkt. Auch in Deutschland und CEE gelingt es uns sehr gut, uns mit unseren ESG-Fonds zu positionieren.

Ist das Thema Nachhaltigkeit in Zentral- und Osteuropa ein Investmentthema?

Michal Kustra: Ja, absolut. Nachhaltigkeit und die Klimakrise haben mittlerweile auf der ganzen Welt die Themenführerschaft übernommen und bewegen natürlich auch die Investorinnen und Investoren in Zentral- und Osteuropa. Raiffeisen ist in CEE eine sehr starke Marke und genießt hohe Glaubwürdigkeit, gerade wenn es um Nachhaltigkeit geht. Gemeinsam mit den Netzwerkbanken unserer Mutter, der Raiffeisen Bank International AG, agieren wir in vielen Märkten nicht nur als Marktführer, sondern auch als First Mover bei nachhaltigen Investments. 100 Prozent unserer Zuflüsse aus der Region fließen in nachhaltige Fondsprodukte. Von den aktuell insgesamt 1,4 Mrd. Euro* Assets under Management werden 41 Prozent nachhaltig gemanagt. Viele Anlegerinnen und Anleger gewinnen wir ausschließlich aufgrund unseres nachhaltigen Produktangebotes.

Apropos Produkte: Die Raiffeisen KAG ist gerade dabei, ihre Fonds bis auf wenige Ausnahmen nachhaltig auszurichten. Wie schaut der Zeitplan dafür aus?

Dieter Aigner: Wir haben im vergangenen Jahr mit der Evaluierung unserer Aktienfonds gestartet und im heurigen Jahr bereits eine ganze Reihe dieser Fonds umgestellt. Die Transformation der Aktienfondspalette soll bis auf wenige Ausnahmen bis Mitte 2022 abgeschlossen sein. Die Mischfondspalette wird gerade für die Transformation evaluiert. Relativ zügig möchten wir die Anleihe-fonds angehen. Hier haben wir bei den Staatsanleihen klare Kriterien entwickelt, nach denen wir die einzelnen Staaten beurteilen. Die Datenlage ist in diesem Segment wesentlich komplexer als bei Unternehmen. Es gibt viele Graubereiche, die berücksichtigt werden müssen. Wir wollen mit unseren Investments ja auch positive Entwicklungen, wie beispielsweise die Energiewende, unterstützen.

Wie wird sich der Markt weiterentwickeln?

Rainer Schnabl: Sehr dynamisch. Nachhaltig gemanagte Produkte werden sowohl von institutionellen Investor:innen als auch von Privatanlegerinnen und Privatanleger überdurchschnittlich stark nachgefragt. Gleichzeitig verfolgt die Europäische Kommission ihren „Green Deal“, in den auch die Finanzwirtschaft eng eingebunden ist. Beide Entwicklungen beschleunigen den beschriebenen Trend hin zu nachhaltigem Investieren.

*) Erläuterungen:

Stand: Ende September 2021

ESG steht für Environment (Umwelt), Social (Gesellschaft) und Governance (Unternehmensführung)

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