x

Bekanntmachung

Die Raiffeisen Kapitalanlage-Gesellschaft m.b.H. gibt bekannt, dass die Auszahlung des Rückgabepreises folgender Investmentfonds ab 1. März 2022 vorübergehend unterbleibt: Raiffeisen-Russland-Aktien, Raiffeisen-Osteuropa-Aktien

Emerging Markets

April

Die nachfolgenden Einschätzungen und Positionierungen stellen eine Momentaufnahme dar und können sich jederzeit und ohne Ankündigung ändern. Sie sind keine Prognose für die künftige Entwicklung der Finanzmärkte oder für die Fonds der Raiffeisen KAG.

Seit dem letzten emreport Ende März haben fast alle Aktien- und Rentenmärkte weltweit nachgegeben, wobei Aktien in Schwellenländern und entwickelten Märkten ungefähr gleich stark zurückgingen (um jeweils rund 5 % auf US-Dollar-Basis). Der Krieg in der Ukraine scheint dabei allenfalls indirekt und eine untergeordnete Rolle gespielt zu haben. Viel stärker im Fokus standen die Themen Inflation und Geldpolitik der Notenbanken. Auf den Rentenmärkten werden eilig immer stärkere und schnellere Zinsanhebungen eingepreist, vor allem in den USA, aber auch in der Eurozone. Manches davon scheint inzwischen sehr aggressive Szenarien zu beinhalten und ob diese so eintreten, bleibt abzuwarten. Noch sehr viel fragwürdiger ist, ob tatsächlich die angestrebte „sanfte Landung“ der Konjunktur gelingt. Die Erfolgsstatistik sieht diesbezüglich für die US-Notenbank (Fed) jedenfalls sehr dürftig aus und auch in der aktuellen Situation gibt es große Fragezeichen. Solange die Fed aber extrem hawkish* bleibt, dürften die US-Renditen und der US-Dollar eher weiter Druck nach oben bekommen, was kein ideales Umfeld für Schwellenländer-Vermögenswerte darstellt. Auf der positiven Seite sind beide Bewegungen aber möglicherweise auch schon nahe an ihren Endpunkten und laufen in den kommenden Monaten aus. Das könnte Schwellenländer-Märkten in der zweiten Jahreshälfte Rückenwind verleihen.

Globaler Überblick im Detail

Schwellenländeraktien und entwickelte Märkte korrigieren weiter nach unten

Die prozentualen Veränderungen von Schwellenländer-Aktienmärkten und entwickelten Märkten der letzten vier bis fünf Wochen unterscheiden sich nicht allzu stark (in US-Dollar gerechnet). Charttechnisch ist aber schon ein Unterschied auszumachen: Während die entwickelten Märkte im Aggregat noch über den Tiefs von Ende Februar notieren, hat der Schwellenländer-Index dieses Tief bereits unterschritten. Ob diese Divergenz von Dauer ist, wird sich aber noch zeigen müssen, denn US-Aktien sehen für weitere Korrekturen anfällig aus. Während die US-Rentenmärkte zuletzt sehr aggressiv kräftigere und schnellere Zinsanhebungen der US-Notenbank eingepreist haben, reagierten die US-Aktienmärkte bislang recht moderat auf das sich drastisch verändernde monetäre Umfeld.

Massive Renditeanstiege – Rentenmärkte preisen immer schnellere und stärkere Zinsanhebungen in den USA und der Eurozone ein. Aktien reagieren noch vergleichsweise gelassen

Natürlich ist aber auch möglich, dass es zuerst oder stattdessen an den Rentenmärkten zu einer Gegenbewegung kommt. Die Kursrückgänge bei Anleihen sind in ihrem Tempo und Ausmaß so stark wie nur wenige Male in den letzten 100 Jahren. Der Krieg in der Ukraine spielt dabei bislang kaum eine Rolle – und wenn, eher indirekt, indem Marktteilnehmer zusätzliche Inflationsrisiken von Seiten der Rohstoffe und Agrargüter einkalkulieren. Jenseits dessen scheint der Krieg an den Märkten derzeit relativ wenig im Blickpunkt zu stehen (von einzelnen regionalen Ausnahmen abgesehen), möglicherweise auch deshalb, weil es seit Wochen relativ wenig Bewegung bzw. neue Entwicklungen gab, sowohl im Frontverlauf als auch bei den Sanktionen.

Rohstoffpreisanstieg derzeit nur bedingt ein Segen für Schwellenländer

Warum haben die Schwellenländer bislang nicht stärker von den gestiegenen Rohstoffpreisen profitiert? Die Antwort darauf ist im Wesentlichen, dass Schwellenländer vor allem dann von höheren Rohstoffpreisen profitieren, wenn diese von steigender Nachfrage getrieben werden, also Ergebnis eines weltwirtschaftlichen Booms sind. Das ist derzeit aber nur sehr eingeschränkt der Fall. Der Löwenanteil des Preisanstiegs geht auf Angebotsprobleme zurück (Unterinvestment, Sanktionen, Lieferkettenunterbrechungen). Das ist übrigens auch ein starkes Argument dafür, dass die Notenbanken mit Zinsanhebungen und Liquiditätsverknappung wenig gegen einen Großteil der derzeitigen Inflationsdynamik tun können und dass das Risiko stagflationärer Entwicklungen wächst.

Notenbanken in den USA und der Eurozone vor dem nächsten geldpolitischen Fehlgriff?

Zugleich gibt es Anzeichen, dass die Rohstoffpreise in vielen Bereichen zunächst einmal eine Verschnaufpause einlegen oder sogar eine deutliche Korrektur erleben könnten. Unter anderem deswegen, weil stark steigende Energiepreise historisch immer eine stark wachstumsbremsende Wirkung entfaltet haben und dies wohl auch diesmal tun werden. Insofern ist es gut vorstellbar, dass die Notenbanken in den USA und der Eurozone die Geldpolitik in eine wirtschaftliche Abschwächung hinein aggressiv straffen und damit ein dann bereits schwächelndes Wachstum zusätzlich belasten. Die Märkte haben diese Risiken offenkundig bereits auf dem Radar, scheinen für die USA aber frühestens für Ende 2023 ernsthafte Rezessionsrisiken zu antizipieren.

Dollar setzt Aufwärtstrend fort

Der drastischere Zinsanhebungspfad in den USA und die insgesamt robustere US-Konjunktur haben den Dollar weiter gestärkt. Zwar wird dieser Trend sich nicht ewig fortsetzen und scheint näher an seinem Ende als am Beginn zu stehen, doch aktuell scheint der Weg des geringeren Widerstands noch immer jener nach oben zu sein. Das ist tendenziell ein Belastungsfaktor für Schwellenländer-Vermögenswerte. Bei ausgewählten EM-Anleihen scheint aber inzwischen eine recht ansprechende Risiko-Ertrags-Konstellation zu bestehen, was natürlich nicht ausschließt, dass auch deren Preise noch weiter nachgeben können. Das gilt umso mehr, als ja auch bei den Renditen für langlaufende US-Anleihen bereits enorm viel nach oben passiert ist und sich diese jetzt unmittelbar an jahrzehntelang zurückreichenden Abwärtstrendlinien befinden. Im Gegenzug bedeutet das auch, dass es für Anleihen und Aktien weltweit nochmals ungemütlich werden könnte, sollten diese Trendlinien signifikant gebrochen werden.

China gibt auf absehbare Zeit wohl wenige Impulse für die Weltkonjunktur

Relativ wenig Hilfe ist weiterhin von China für die Weltkonjunktur zu erwarten. Pekings Zero-Covid-Strategie, der weiterhin schwache Immobilienmarkt, die geopolitische Situation und eine weltweit tendenziell nachlassende Nachfrage nach Gütern zugunsten von Dienstleistungen werden auf absehbare Zeit das chinesische Wirtschaftswachstum bremsen.

Im Fokus

Die zur Verfügung gestellten Angaben dienen, trotz sorgfältiger Recherchen, lediglich der unverbindlichen Information, basieren auf dem Wissensstand der mit der Erstellung betrauten Personen zum Zeitpunkt der Ausarbeitung und können jederzeit von der Raiffeisen Kapitalanlage-Gesellschaft m.b.H. (Raiffeisen KAG) ohne weitere Benachrichtigung geändert werden. Jegliche Haftung der Raiffeisen KAG im Zusammenhang mit diesen Informationen oder einer darauf basierenden Verbalpräsentation, insbesondere betreffend Aktualität, Richtigkeit oder Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen bzw. Informationsquellen oder für das Eintreten darin erstellter Prognosen, ist ausgeschlossen.