Investieren in Infrastruktur: Megatrend im Wandel
Welche Möglichkeiten der Geldanlage gibt es in diesem Bereich? Welche Chancen bieten sich dabei und welche Risiken sind zu berücksichtigen?
Infrastruktur: Megatrend und Investmentthema
Infrastruktur etabliert sich immer stärker als einstrategisches Investmentthema der Zukunft. Getrieben durch politische Programme, den Klimawandel und die digitale Transformation, entstehen weltweit neue Wachstumschancen. Direkt in Infrastrukturprojekte zu investieren, verlangt oft sehr hohe Mindestanlagebeträge. Mit Infrastrukturfonds hingegen, ist dieser Sektor allen zugängig und private Anleger:innen können so in Infrastruktur investieren. Infrastrukturfonds sind spezielle Aktienfonds, die breit gestreut in Unternehmen investieren, die Infrastruktur errichten, betreuen oder wichtige Komponenten dafür liefern.
Warum in den Megatrend Infrastruktur investieren?
Das Thema Infrastruktur ist ein echter globaler Megatrend – und das im Grunde dauerhaft. Infrastruktur muss am Laufen gehalten, erweitert und zukunftsfit gemacht werden. Weltweit fließen Billionenbeträge in neue Infrastrukturprojekte.
Globale Infrastrukturinitiativen treiben den Sektor an
Weltweit investieren Staaten und Unternehmen Milliardenbeträge in Infrastruktur:
USA: Die USA beispielsweise haben mit dem „Infrastructure Investment and Jobs Act“ ein Programm in Höhe von 1,2 Billionen US-Dollar aufgelegt, das nicht nur Straßen und Brücken modernisieren, sondern auch den Ausbau erneuerbarer Energien und digitaler Netze beschleunigen soll.
Europa: Auch in Europa stehen mit dem Green Deal und dem „NextGenerationEU“-Programm massive finanzielle Mittel zur Verfügung, wovon ein erheblicher Teil davon in nachhaltige Infrastrukturprojekte fließt.
China: In Asien investiert China weiterhin stark im Rahmen der „Belt and Road Initiative“ in Häfen, Schienennetze und Energieprojekte, um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Ziel ist es, die Handelswege zwischen Asien, Europa und Afrika effizienter zu gestalten, Transportkosten zu senken und internationale Lieferketten zu optimieren.
Digitale Infrastruktur: Neben klassischen Verkehrsprojekten rücken auch vermehrt Rechenzentren und Glasfaserverbindungen in den Fokus, um auch die digitale Infrastruktur entlang dieser Routen zu stärken.
Infrastruktur verbindet uns. Sie bringt uns Licht und Wärme, sorgt dafür, dass wir (meistens) rasch zur Arbeit und wieder nach Hause kommen, und ermöglicht, dass Handel stattfinden kann. Straßen, Schienen, Glasfasernetz, Funkmasten, Flughäfen, Krankenhäuser, Wasserversorgung, Müllentsorgung und vieles mehr: Als Netzwerk ist Infrastruktur allgegenwärtig.
Die Infrastruktur ist das Rückgrat für das Zusammenleben und die Wirtschaft. Wörtlich genommen ist Infrastruktur der Unterbau für die Gesellschaft und die Wirtschaft.
Wir benötigen den ständigen Zugang zu effektiven Infrastruktursystemen : schnelle Internetverbindung, fließender Verkehr, stabile Energieversorgung sind für unseren Geschäfts- und Lebensalltag grundlegende Selbstverständlichkeiten. Wehe, wenn einmal eine längerfristige Störung auftritt.
Infrastruktur verändert sich: Investments werden digital und nachhaltig
Viele Menschen assoziieren mit Infrastruktur lediglich "Klassiker" wie Straßen, Bahntrassen oder Stromleitungen – die technische Infrastruktur. Um mit unserer schnell wachsenden und sich wandelnden Gesellschaft mithalten zu können, kommen aber stetig neue Aspekte wie Klimawandel, Digitalisierung, veränderte Mobilität oder Urbanisierung hinzu. Damit die Infrastruktur zu unserem zukünftigen Leben passt, muss sie tiefgreifend verändert werden.
Heutzutage muss sie aber nicht nur intelligent und digital, sondern auch nachhaltig und klimaresilient sein. Um die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, die 17 SDGs (Sustainable Development Goals), zu erreichen, ist viel neue Infrastruktur notwendig. Von sauberem Wasser bis zu nachhaltigen Gemeinden: die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) rechnet mit jährlichen Investitionen in der Höhe von etwa sieben Billionen US-Dollar, damit die Infrastruktur umweltschonend wird.
Energietransport, Energiespeicherung oder Management von Elektrizitätsnetzen müssen neu gedacht werden. Globale Datennetze, autonomes Fahren, Internet der Dinge, Smart Cities – alles verlangt nach neuen Lösungen im Bereich Infrastruktur.
Ein Beispiel: Damit die Energiewende gelingen kann, müssen die Stromnetze modernisiert werden. Die herkömmliche Infrastruktur ist für ein zentrales, auf fossilen Brennstoffen basierendes Energiesystem aufgebaut. Der Strom floss von Großkraftwerken in einer Einbahnstraße über die Netze bis zum Verbraucher. Mit zunehmender Einbindung von kleinen PV-Anlagen und Windkraftwerken fließt der Strom quer in alle Richtungen. Erneuerbare Energien – wie Wind und Sonnenenergie – sind volatiler und dezentraler, Konsumenten werden durch Solarmodule am Dach immer öfter auch Produzenten. Um Stromerzeugung und -bedarf aufeinander abstimmen zu können, muss das Stromnetz smarter und digitaler werden.
Was ist bei Infrastruktur-Aktien zu beachten?
Diversifikation: Der Sektor in sich ist sehr diversifiziert, er ist so vielschichtig wie sonst kaum ein anderer. Wasser, Transport, Energie und auch Bereiche wie Bildung, Gesundheit oder Telekommunikation fallen in den Bereich der Infrastruktur.
Essenziell: Infrastruktur wird grundsätzlich immer benötigt. Sie hat Grundversorgungscharakter und ist vergleichsweise unabhängig von der Entwicklung kurzfristiger Marktzyklen. Die Nachfrage nach Wasser- und Stromversorgung, Bau und Unterhalt von Verkehrswegen oder Telekom-Dienstleistungen ist relativ konstant.
Langfristig: Viele Unternehmensverträge werden langfristig – über einige Jahre oder gar Jahrzehnte – abgeschlossen. Dabei sind sie häufig an die Inflationsentwicklung gekoppelt (Preisanpassungsklauseln).
Hohe Markteintrittsbarrieren: Im Infrastruktur-Bereich bestehen oft hohe Kapitalanforderungen und Gebietseinschränkungen. Um in einen bestehenden Markt überhaupt hineinzukommen, sind somit die Barrieren für neue Konkurrenz oft sehr hoch. Daher werden bestimmte Infrastruktur-Bereiche von nur wenigen Firmen dominiert.
Neben den generellen unternehmerischen Unsicherheiten des operativen Geschäfts (z. B. Managementfehler, unvorhergesehene Mehrkosten) existieren für den Sektor Infrastruktur spezifische Risiken:
Regulatorische oder rechtliche Rahmenbedingungen können die Geschäftsaussichten grundlegend verändern.
Auch die Politik kann zu einem Unsicherheitsfaktor werden. So kann die Regierung der jeweiligen Region es sich schlicht und einfach anders überlegen und ein angedachtes Infrastrukturprojekt beispielsweise wegen Widerstands der Bevölkerung nicht umsetzen.
Hinzu kommen Naturgewalten, die gerade bei Infrastrukturanlagen sehr schnell gewaltige Schäden anrichten können.
Grundsätzliche Aktienrisiken (z. B. erhöhte Kursschwankungen, unvorteilhafte Wechselkursschwankungen) bleiben immer. Anleger:innen sollten diese Risiken kennen und berücksichtigen.
Bei Infrastruktur sollten Investor:innen einen mehrjährigen Anlagehorizont haben.
Ein Vorzug des sehr vielschichtigen Infrastrukturbereiches ist es, dass er sowohl explosives Wachstum und stark konjunkturgetriebene Aktien enthält als auch recht viele eher „langweilige“, aber dafür auch weniger konjunkturabhängige Unternehmen. Letztere sind oftmals im Aufbau und Betreiben von Infrastruktur tätig (man denke an Flughäfen, Autobahnen, Häfen etc.)
Das führt dazu, dass sich Infrastruktur-Aktienfonds in wirtschaftlichen Abschwüngen oft besser halten können als der breite Aktienmarkt und sich dafür in einem starken Konjunkturaufschwung tendenziell eher unterdurchschnittlich entwickeln. Insofern sind sie auch ein recht gutes Mittel, um ein Aktien- oder Mischportfolio zu diversifizieren.
Gleichwohl macht sie das nicht immun gegen Konjunkturabschwünge und damit einhergehende Risiken für Gewinnentwicklung und Aktienkurse oder gegen generelle Abwärtsbewegungen auf den Märkten. Wie prinzipiell alle Aktien unterliegen auch sie dem Risiko erheblichen Kursschwankungen bis hin zu Wert- und Kapitalverlusten.
Infrastruktur betrifft zahlreiche Bereiche unseres Lebens
Wasser
9. September 2025
Strom
2. September 2025
Gesundheit
2. September 2025
Digitale Infrastruktur
2. September 2025
Stadtplanung
2. September 2025
Müll
2. September 2025
Krankenhäuser
2. September 2025
Rechenzentren
2. September 2025
Urban Farming
3. September 2025
Flughäfen
2. September 2025
Fondsporträt zum Thema Infrastruktur
Infrastrukturaktien bieten faszinierende Investmentmöglichkeiten in einem Bereich, der viele unverzichtbare Güter und Dienstleistungen umfasst, wächst und sich zugleich ständig wandelt. Neben seinen vielzähligen Chancen birgt er aber auch Risiken – sowohl für die beteiligten Unternehmen als auch für Investor:innen.
Die Fonds Raiffeisen-NewInfrastructure-ESG-Aktien und Raiffeisen-MegaTrends-ESG-Aktien weisen eine erhöhte Volatilität auf, d. h. die Anteilswerte sind auch innerhalb kurzer Zeiträume großen Schwankungen nach oben und nach unten ausgesetzt, wobei auch Kapitalverluste nicht ausgeschlossen werden können.
Fondsmanager zum Thema Infrastrukturaktien

Stefan Grünwald
Herr Grünwald liefert Einsichten zum Wandel der Infrastruktur und gibt Antworten auf die Fragen, ob Infrastruktur ein lohnendes Investitionsthema für Anleger:innen ist und welche Megatrends für die Infrastruktur interessant sein könnten.
Wandel der Infrastruktur
Welche Trends wirken auf den Bereich Infrastruktur, im Besonderen die Energiewende? Fondsmanager Stefan Grünwald erläutert das Zukunfts-Thema Infrastruktur und dessen Investitionspotenzial hinsichtlich dem Ausbau und der Digitalisierung der Stromnetze.

Infrastruktur der Zukunft
Die "Infrastruktur der Zukunft" war Thema des 5. Nachhaltigkeitssymposiums von Raiffeisen Capital Management.
Vertiefende Informationen finden Sie auch unter investment-zukunft!
Stand: November 2025
