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Irankrieg geht in den zweiten Monat – Hoffnung auf baldiges Ende

Entweder entscheidet man sich:

  • erstens: für eine weitere militärische Eskalation, etwa durch punktuelle Bodentruppen, (versuchter) militärischer Sicherung der Straße von Hormuz, der Zerstörung iranischer Energie-Infrastruktur, oder

  • zweitens: man gibt sich de facto mit dem bisher Erreichten zufrieden und beendet den Krieg – entweder durch eine Verhandlungslösung mit dem Iran oder einseitig.

Nachdem der Iran bis zuletzt militärisch in der Lage war, gezielt Ziele in den Nachbarstaaten zu zerstören, würde die erste Variante voraussichtlich zu großflächiger Zerstörung an der Energie-Infrastruktur in der Region führen und sowohl Ausmaß als auch Dauer des Energiepreisschocks noch einmal deutlich ausweiten (potenziell bis hin zu einem globalen Wirtschaftseinbruch). Ein solches Szenario würde die Markttrends der letzten Wochen noch einmal massiv verstärken (mit höheren Ölpreisen, fallenden Aktienmärkten).

Die zweite Variante würde dagegen zwar viele Fragen zur weiteren politischen Entwicklung im Nahen Osten offenlassen, aber einen in den USA sehr unpopulären Krieg vorerst beenden und die Chancen der US-Republikaner bei den Parlamentswahlen im November zumindest nicht völlig untergraben.

Ölpreis in Euro pro Fass: aktuell nach Kriegsausbruch immer noch tiefer als vor dem Angriff auf die Ukraine 2022

Unser Basisszenario geht deshalb unverändert davon aus, dass Trump – wie zuletzt wieder angekündigt – den Krieg in den nächsten Wochen beendet, insbesondere dann, wenn der politische Druck durch den hohen Ölpreis (vor allem durch den hohen US-Benzinpreis), sowie durch einen fallenden (US-)Aktienmarkt groß genug wird.

Für eine länger anhaltende Trendwende an den Finanzmärkten ist ein Ende der Kriegshandlungen der erste Schritt. Noch wichtiger wäre die Wiederaufnahme der Energieexporte über die Straße von Hormus, denn daran hängen die Energiepreise und in weiterer Folge die globale Konjunktur. Eine Öffnung der Straße von Hormus wäre für die Aktienmärkte sehr positiv. Die realwirtschaftlichen Folgen des Energiepreisschocks würden uns zwar auch danach noch viele Monate beschäftigen, doch die Finanzmärkte preisen Zukunftserwartungen ein – und diese würden sich dadurch deutlich verbessern.

Bis dahin bleiben die politischen Risiken leider überdurchschnittlich hoch, mit kurzfristig widersprüchlichen Nachrichten und einem entsprechend hohen Risiko kurzfristiger Kursausschläge in beide Richtungen.

Dieser Inhalt ist nur für institutionelle Anlegerinnen und Anleger vorgesehen.

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